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Seemannsherz
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Wir hab´n nicht die Zeit, um die Bibel zu lesen,
dafür kommen wir in der Welt ganz schön rum,
wir sind überall und nirgends gewesen,
und wo nicht viel los ist, da kehrn wir gleich um.

Tausend Häfen haben wir gesehn und abgehakt,
und tausend Mädchen habe ich zum Abschied nur gesagt:

Ein Seemannsherz kennt keinen Schmerz,
und ist es manchmal noch so schwer,
zwar reisst es mich oft hin und her,
doch es gehört allein dem Meer.

Ein Seemannsherz kennt keinen Schmerz,
und es wird immer einsam sein,
ich wär zwar gern für immer dein,
doch es gehört dem Meer allein.

Die Leinen los und den Anker gelichtet,
ich wink ihr noch zu, und dann treiben wir fort,
bald schon ist der nächste Hafen gesichtet,
dann geh ich an Land, doch mein Herz bleibt an Bord.

Du bist so süss wie der Zucker, doch das Meer ist blau,
auch wenn ich jetzt ganz tief in deine schönen Augen schau...

Ein Seemannsherz kennt keinen Schmerz,
und ist es manchmal noch so schwer,
zwar reißt es mich oft hin und her,
doch es gehört allein dem Meer.

Ein Seemannsherz kennt keinen Schmerz,
und es wird immer einsam sein,
ich wär zwar gern für immer dein,
doch es gehört dem Meer allein.

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23.5.98
copyright by siegfried schreck©

 

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Noch einen kräftigen Schluck aus der Buddel

Noch einen kräftigen Schluck aus der Buddel,
ich glaube, da läuft was mit ihr und mit Kuddel,
selbst guten Freunden kann man nicht mehr vertraun,
das muss ich erstmal verdaun.

Noch einen Schluck und dann sehe ich Sterne,
ich war ein paar Monate in weiter Ferne,
zurück von der Reise dämmert es mir,
da läuft was mit Kuddel und ihr.

Ich komm durchgeschaukelt von heftiger See
nach ´ner Ewigkeit wieder nach Haus,
hat lange gedauert die letzte Tournee,
und zurück ging´s mit Volldampf voraus.
Und ich steh an der Pier,
und ich guck mir nach ihr
seit Stunden schon die Augen aus.

Ich sitz auf´m Poller und warte und warte,
die Sache wird mir langsam zu dumm,
doch wer nicht kommt, ist meine Renate,
treff ich den Kuddel, dann bring ich ihn um.

Noch einen kräftigen Schluck aus der Buddel,
ich glaube, da läuft was mit ihr und mit Kuddel,
selbst guten Freunden kann man nicht mehr vertraun,
das muß ich erstmal verdaun.

Noch einen Schluck und dann sehe ich Sterne,
ich war ein paar Monate in weiter Ferne,
zurück von der Reise dämmert es mir,
da läuft was mit Kuddel und ihr.

Ich taumel und baumel von links bis nach quer,
und ich seh alles doppelt vor mir,
zwei Männer im Mond, vielleicht auch ein paar mehr,
doch ich seh nichts von Kuddel und ihr.
Nee, das find ich nicht gut,
und ich kriege die Wut,
ich frage mich, was soll ich hier.

Die Nacht ist gekommen, ich sitz auf´m Poller,
ich dreh Däumchen und sauf mir ein´an,
ich mach jede Wette, noch nie war ich voller,
treff ich den Kuddel, dann is´er dran.
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20.7.98
copyright by siegfried schreck©

 

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Für die Stürme geborn

Brecher von hinten und Brecher von vorn,
nichts ist so schlimm wie der Wind von Cap Horn,
nichts ist so rau, doch Seeleute sind
für die Stürme geborn.

Der Bug taucht ein in die peitschende See,
das Salzwasser brennt und die Augen tun weh,
wir haben uns festgebunden am Mast,
denn der Meer hat uns schon immer gehasst.

Brecher von hinten und Brecher von vorn,
nichts ist so schlimm wie der Wind von Cap Horn,
nichts ist so rau, doch Seeleute sind
für die Stürme geborn.

Das Meer ist so weit und das Meer ist so gross,
und jeden Moment reisst die Ladung sich los,
der Wind von Cap Horn, der bringt uns noch um,
noch ein paar Meilen, und dann sind wir rum.

Brecher von hinten und Brecher von vorn,
nichts ist so schlimm wie der Wind von Cap Horn,
nichts ist so rau, doch Seeleute sind
für die Stürme geborn.

Dann sind wir vorbei und der Wind lässt gleich nach,
ein Glück nur, dass er uns das Schiff nicht zerbrach,
die Segel, die hängen wie Fetzen am Mast,
denn der Meer hat uns schon immer gehasst.

Brecher von hinten und Brecher von vorn,
nichts ist so schlimm wie der Wind von Cap Horn,
nichts ist so rau, doch Seeleute sind
für die Stürme geborn.

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28.12.97

copyright by siegfried schreck©

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Wir nehmen Kurs auf Hafen Hamburg,
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Wir nehmen Kurs auf Hafen Hamburg,
volle Kraft voraus,
wir nehmen Kurs auf Hafen Hamburg,
denn da sind wir zuhaus.

Es ist schön, auf´s Meer zu fahren
und die weite Welt zu sehn,
aber wir freun uns, wenn wir Hamburg
und die Heimat wiedersehn.

Lange waren wir in der weiten Ferne,
rauf nach Sacramento,runter nach Shanghai
nachts am Firmament sah´n wir fremde Sterne,
und an keinem Hafen fuhren wir vorbei.
Jetzt wir es höchste Zeit, Herr Kapitän,
um auf Heimatkurs zu gehn...

Wir nehmen Kurs auf Hafen Hamburg,
volle Kraft voraus,
wir nehmen Kurs auf Hafen Hamburg,
denn da sind wir zuhaus.

Es ist schön, auf´s Meer zu fahren
und die weite Welt zu sehn,
aber wir freun uns, wenn wir Hamburg
und die Heimat wiedersehn.

Kreuz und quer sind wir über´s Meer gefahren,
fernab von zu Hause fast ein ganzes Jahr,
schön war´s immer da, wo wir noch nie waren,
ob in San Francisco oder Pananma.
Doch jeder Seemann merkt es irgendwann,
jetzt fängt das Heimweh an.

Wir nehmen Kurs auf Hafen Hamburg,
volle Kraft voraus,
wir nehmen Kurs auf Hafen Hamburg,
denn da sind wir zuhaus.

Es ist schön, auf´s Meer zu fahren
und die weite Welt zu sehn,
aber wir freun uns, wenn wir Hamburg
und die Heimat wiedersehn.
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18.7.16
copyright by siegfried schreck©


Heiner spinnt wieder mal Seemannsgarn

Am Tisch sitzt ein uralter Fahrensmann,
der tolle Geschichten erzählen kann,
mit fünfzehn lief er von Zuhause fort,
im Hamburger Hafen ging er an Bord.

Mein Junge, so sagte der Kapitän,
du musst heute mal in den Mastkorb gehn,
wenn irgendwas los ist, gib ein Signal,
seitdem liegt das Schiff im Ärmelkanal.

Heiner spinnt wieder mal Seemannsgarn,
er ist wohl zu lange zur See gefahrn,
wenn Heiner so komisch die Augen verdreht,
ja, dann ist alles zu spät.

In Dover bestieg er den nächsten Kahn,
mit dem ist er dann nach Rio gefahrn,
er traf eine Süsse am Zuckerhut,
und in seinen Adern pochte das Blut.

Und nach einer lauschigen Tropennacht
ist er mit ´nem Brummschädel aufgewacht,
er sah sich das Mädel mal näher an,
doch neben ihm lag ein wildfremder Mann.

Heiner spinnt wieder mal Seemannsgarn,
er ist wohl zu lange zur See gefahrn,
wenn Heiner so komisch die Augen verdreht,
ja, dann ist alles zu spät.

Vor Trinidad wurde der Smutje krank,
weil er zuviel Rum mit Kokosmilch trank,
und eine Woche stand Heiner am Herd,
Kochen, das hatte ihn Mutter gelehrt.

Die gähnende Leere im Vorratsraum,
die holte den Heiner aus seinem Traum,
zum Glück flog auf´s Deck ein fliegender Fisch,
den nahm er gleich mit und deckte den Tisch.

Heiner spinnt wieder mal Seemannsgarn,
er ist wohl zu lange zur See gefahrn,
wenn Heiner so komisch die Augen verdreht,
ja, dann ist alles zu spät.
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3.12.84

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 Conquistador

Ich hatte mir die grosse Welt
als Junge etwas kleiner vorgestellt,
ich hatte mir ein Floss gebaut,
und wollte rüber, wenn der Morgen graut,
rüber nach Amerika.

´ Ne Dose Keks als Proviant,
die ich bei Mutter in der Küche fand,
was sie sagen würde, war mir gleich,
ich wollte rüber über´n grossen Teich,
rüber nach Amerika.

Rüber über´n grossen Teich,
um die nächste Ecke gleich
liegt Amerika.
Und mit voller Kraft voraus,
nur ein Stückchen gradeaus.
Schon Kolumbus machte es damals vor,
Conquistador.

Dann stiess ich mich vom Ufer los,
ich war der Kapitän auf meinem Floss,
das Wasser schwappte über Bord,
und morgens auf der Elbe trieb ich fort,
rüber nach Amerika.

Es war kurz vor Altona, und da verliess mich das Glück,
ich wurde entdeckt, man fischte mich auf,
und sie brachten mich nach Haus zurück.

Dabei wollte ich doch
rüber über´n grossen Teich,
um die nächste Ecke gleich
liegt Amerika.
Und mit voller Kraft voraus,
nur ein Stückchen gradeaus.
Schon Kolumbus machte es damals vor,
Conquistador.
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24.4.98

copyright by siegfried schreck©